50 Sprichwörter Salomos

aus:

Das Buch der Sprichwörter - Altes Testament


Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat. (3,12) Einer Dirne zahlt man bis zu einem Laib Brot, die Frau eines andern jagt dir das kostbare Leben ab. (6,26)
Nehmt lieber Bildung an als Silber, lieber Verständnis als erlesenes Gold! (8,10) Wer den Zuchtlosen tadelt, erntet Schimpf, wer den Frevler rügt, erntet Schande. (9,7)
Wie Essig für die Zähne und Rauch für die Augen ist der Faule für den, der ihn schickt. (10,26) Ein goldener Ring im Rüssel eines Schweins ist ein Weib, schön, aber sittenlos. (11,22)
Tritt einem törichten Mann gegenüber, und du erfährst keine verständigen Worte. (14,7) Jede Arbeit bringt Erfolg, leeres Geschwätz führt nur zu Mangel. (14,23)
Viel Volk ist der Glanz des Königs, wenig Leute sind des Fürsten Untergang. (14,28) Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn. (15,1)
Der Bedrückte hat lauter böse Tage, der Frohgemute hat ständig Feiertage. (15,15) Ein kluger Sohn macht dem Vater Freude, nur ein törichter Mensch verachtet seine Mutter. (15,20)
Graues Haar ist eine prächtige Krone, auf dem Weg der Gerechtigkeit findet man sie. (16,31) Besser ein Langmütiger als ein Kriegsheld, besser wer sich selbst beherrscht, als wer Städte erobert. (16,32)
Besser ein trockenes Stück Brot und Ruhe dabei als ein Haus voll Braten und dabei Streit. (17,1) Eine Krone der Alten sind Kindeskinder; der Kinder Ruhm sind ihre Väter. (17,6)
Auch ein Tor kann als weise gelten, wenn er schweigt, als einsichtig, wenn er seine Lippen verschließt. (17,28) Für den Reichen ist sein Vermögen wie eine feste Stadt, wie eine hohe Mauer - in seiner Einbildung. (18,11)
Wer eine Frau gefunden, hat Glück gefunden und das Gefallen des Herrn erlangt. (18,22) Schon unvernünftige Begierde ist nicht gut, und wer hastig rennt, tritt fehl. (19,2)
Haus und Habe sind das Erbe der Väter, doch eine verständige Frau kommt vom Herrn. (19,14) Greift der Faule mit der Hand in die Schüssel, bringt er sie nicht einmal zum Mund zurück. (19,24)
Wer den Vater mißhandelt, die Mutter wegjagt, ist ein verkommener, schändlicher Sohn. (19,26) Ein tiefes Wasser sind die Pläne im Herzen des Menschen, doch der Verständige schöpft es herauf. (20,5)
Viele Menschen rühmen sich ihrer Güte, aber wer findet einen, auf den Verlaß ist? (20,6) Liebe nicht den Schlaf, damit du nicht arm wirst; halte deine Augen offen, und du hast Brot genug. (20,13)
Süß schmeckt dem Menschen das Brot der Lüge, hernach aber füllt sich sein Mund mit Kiesel. (20,17) Wer seinem Vater flucht und seiner Mutter, dessen Lampe erlischt zur Zeit der Finsternis. (20,20)
Besser in einer Ecke des Daches wohnen, als eine zänkische Frau im gemeinsamen Haus. (21,9) Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft. (21,13)
Der Gerechte freut sich, wenn Recht geschieht, doch den Übeltäter versetzt das in Schrecken. (21,15) Erzieh den Knaben für seinen Lebensweg, dann weicht er auch im Alter nicht davon ab. (22,6)
Wer zum Schuldigen sagt: Unschuldig bist du!, den verfluchen die Menschen, verwünschen die Leute. (24,24) Mit Geduld wird ein Vorgesetzter umgestimmt, sanfte Zunge bricht Knochen. (25,15)
Mach dich rar im Haus deines Nächsten, sonst wird er dich satt und verabscheut dich. (25,17) Hat dein Feind Hunger, gib ihm zu essen, hat er Durst, gib ihm zu trinken; so sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt, und der Herr wird es dir vergelten. (25,21/22)
Zuviel Honig essen ist nicht gut; Ebenso spare mit ehrenden Worten. (25,27) Wie ein Hund, der zurückkehrt zu dem, was er erbrochen hat, so ist ein Tor, der seine Dummheit wiederholt. (26,11)
Wie ein Verrückter, der Brandpfeile schleudert, Pfeile und tödliche Waffen, so ist einer, der seinen Nächsten täuscht und dazu sagt: Ich mach doch nur Spaß. (26,18/19) Ist kein Holz mehr da, erlischt das Feuer; wo kein Verleumder ist, legt sich der Streit. (26,20)
Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, wer einen Stein hochwälzt, auf den rollt er zurück. (26,27) Rühme dich nicht des morgigen Tages, denn Du weißt nicht, was der Tag gebiert. (27,1)
Wer seinen Nächsten zu laut begrüßt, dem wir es frühmorgens als Verwünschung ausgelegt. (27,14) Der Frevler flieht, auch wenn ihn keiner verfolgt, der Gerechte fühlt sich sicher wie ein Löwe. (28,1)
Haben Gerechte die Oberhand, gibt es glanzvolle Zeiten, erheben sich die Frevler, verstecken sich die Menschen. (28,12) Mancher Fürst ist klein an Verstand und groß als Unterdrücker; wer Ausbeutung haßt, hat ein langes Leben. (28,16)
Wer sein Feld bestellt, wird satt von Brot, wer nichtigen Dingen nachjagt, wird satt von Armut. (28,19) Wer seinem Nächsten schmeichelt, breitet ihm ein Netz vor die Füße. (29,5)
Mörder hassen den Schuldlosen, Rechtschaffene bemühen sich um sein Leben. (29,10) Herrschen die Frevler, dann herrscht die Sünde, doch die Gerechten erleben ihren Sturz. (29,16)

aus "Die Bibel - Einheitsübersetzung"
Altes und Neues Testament
Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart 1980
Lizenzausgabe Herder, Freiburg im Breisgau