Die Kinowelt, gesehen von jd




BUESCHEL - Erbsen auf Halb 6

   
titel Erbsen auf Halb 6
regie Lars Bueschel
land Dtl.
jahr 2003
laenge 110min
  Farbe
genre Romanze Tragikomoedie Roadmovie
musik Wolfsheim
darsteller Fritzi Haberlandt, Hilmir Snaer Gudnason

 
gesehen als  Erbsen auf Halb 6
gesehen auf Leinwand (Kurbel)
gesehen am 2004-06-02*
inhalt Jakob, Theaterregisseur in Hamburg, wird durch einen Unfall blind und entschliesst sich, vom Schicksal gezeichnet noch einmal seine todkranke Mutter in Russland zu besuchen, obwohl er sie nicht mehr sehen kann - ihm zur Seite steht dabei zuerst entschlossen, spaeter eher nolens volens die von Geburt an blinde Therapeutin Lilly.
 
eindruck ++
 
kommentar  Eigentlich war klar gewesen, dass ich "Erbsen auf Halb 6" sicher nicht sehen wollte, als irgendwann Ende 2003, Anfang 2004 der Trailer fuer den Film lief, zumal Fritzi Haberlandt schon bei "Liegen lernen" einen eher nervigen Eindruck hinterlassen hatte. Auch bei "Erbsen auf Halb 6" ist sie die nervende Person, die dann aber gerade diese Eigenschaft einsetzen kann, um den Film voranzutreiben und ihren "Schutzbefohlenen" auf seinen Weg in ein anderes Leben zu bringen. Im Laufe des Films lernt man sie tatsaechlich mit Jakob zusammen lieben.

Ein anderer Grund fuer die Vorverurteilung des Films waren Kritiken, die von "Wucherungen der Fantasie" und "beschwerlichem Roadmovie" (Tip) sprachen. Nicht zuletzt zeigte der Trailer selbst zwar schon ein wenig von der Bildsprache des Films, zeigte aber dann doch eher unzusammenhaengend und eher emotionslos lustisch eine Vorschau auf ein scheinbar peinliches deutsches Filmfoerderungsergebnis.

Der Film hat eine hervorragende optische Aesthetik, die ein wenig an experimentelle Science-Fiction-Filme der 70er und 80er Jahre und zum Teil sogar an Tarkowski oder Kustorica erinnert. Die Aesthetik wirkt dabei nicht so aufgesetzt wie bei anderen modernen deutschen Filmen wie zum Beispiel "Lautlos", sondern eher zum Gesamtbild dazugehoerend, vielleicht auch als Gegensatz zur nachtschwarzen Welt der Protagonisten.

Neben der Aesthetik wirken auch die komoediantischen Elemente von "Erbsen auf Halb 6" im Zusammenhang der Handlung nicht mehr peinlich, sondern einfach als Wendungen eines Maerchens, wie sie zwar unwahrscheinlich, aber doch moeglich sein sollten und die ueber die Tragik des Schicksals hinweghelfen koennten.


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 -- jd --