Die Kinowelt, gesehen von jd




DRESEN - Sommer vorm Balkon

   
titel Sommer vorm Balkon
regie Andreas Dresen
buch Wolfgang Kohlhaase
land Dtl.
jahr 2005
laenge 105min
  Farbe
genre Drama
darsteller Inka Friedrich, Nadja Uhl, Andreas Schmidt

 
gesehen als  Sommer vorm Balkon
zitat So ist das Leben. Aber wirklich!
gesehen auf Leinwand (Delphi)
gesehen am 2006-02-06
filmleitseite www.sommervormbalkon.de
inhalt Katrin und Nike sind zwei Freundinnen, deren Freundschaft auf die Probe gestellt wird, als der LKW-Fahrer Ronald in ihr Leben tritt und Nike eine Affaere mit ihm beginnt.
 
eindruck +
 
kommentar  Manchmal sieht man Filme, weil man von jedem, der den Film gesehen hat, nur euphorische Kritiken hoert. Manchmal sieht man Filme, weil man den Film scheinbar unbedingt gesehen haben muss. Manchmal sieht man Filme, weil man sie unbedingt verreissen will. Und manchmal sieht man Filme, einfach weil man schon lange keinen Film mehr gesehen hat. Bei "Sommer vorm Balkon" gab es somit gleich vier Gruende auf einmal, den Film zu sehen. Nach dem in meinen Augen (immernoch) Debakel von "Halbe Treppe" ist "Sommer vorm Balkon" mein zweiter Dresen-Film. Wieder wird deutsches Milieu aufgezeigt, und zwar mit der arbeitslosen Schaufenstergestalterin Katrin und der Altenbetreuerin Nike als Hauptpersonen. Die beiden Frauen wohnen im selben Haus und abends im Sommer sitzen sie gemeinsam auf dem Balkon und reden und trinken miteinander. Dieses Idyll wird gestoert, als der LKW-Fahrer Ronald in ihr Leben tritt. Katrin laeuft ihm vor den Lastwagen und nur durch eine Notbremsung kann Ronald verhindern, dass die Mutter eines Sohnes ueberfahren wird. Zufaellig verkehren die zwei Frauen und der Mann in der gleichen Kneipe, und dort macht sich Nike an den LKW-Fahrer ran. Trotz einiger Warnungen wird aus dieser Affaere mehr, und Ronald zieht bei Nike voruebergehend ein. Die arbeitslose Katrin hat da weniger Glueck. Nach einer Nacht in einem Klub wird sie von jemanden, mit dem sie getanzt hat, ueberfallen und nur das Erscheinen ihres Sohnes verhindert mehr. Sie betrinkt sich sinnlos und kommt halb bewusstlos in die Psychiatrie. Nach ihrer Entlassung scheint auch die Freundschaft mit Nike zu zerbrechen. Doch das Leben geht weiter, und so renkt sich alles irgendwie wieder ein. "Sommer vorm Balkon" habe ich hauptsaechlich deshalb gesehen, weil ich schon lange keinen Film mehr gesehen hatte und es ueberall (wie auch zu "Halbe Treppe") positive Kritiken gegeben hat. Eine sehr ausfuehrliche Kritik ist zum Beispiel bei Anke Groener (unter "Weblog -> Filme") zu finden. Ich hatte eigentlich vorgehabt, "Sommer vorm Balkon" zu verreissen. Die Bedingungen dazu waren garnicht so schlecht, denn mir ist wieder (bei den schnellen Kamerafahrten gerade am Anfang des Films) uebel geworden, so dass ich den Film mit einer ungemuetlichen Ungeduld gesehen habe und von einem "Feel-Good-Movie" fuer mich keine Rede sein konnte. Am Ende war die Ungeduld ein wenig verflogen, und so ist das "und so weiter" anstatt eines "Ende" am Ende des Filmes relativ berechtigt, denn in Gedanken kann man die Handlung ggf. endlos weiterspinnen.


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 -- jd --