Die Kinowelt, gesehen von jd




JORDAN - The Good Thief

   
titel The Good Thief
andere(r) titel L'homme de la riviera
regie Neil Jodan
land GB/Frankr./Kan./Irland
jahr 2002
laenge 108min
  Farbe
genre Drama Gangster Komoedie
darsteller Nick Nolte, Nutsa Kukhianidze, Emir Kusturica

 
gesehen als  The Good Thief
zitat He doesn't want money. He wants what money can't buy.
gesehen auf Leinwand (Fk66)
gesehen am 2003-10-13*
inhalt Nick Nolte spielt Bob Montagnet, einen einstmals grossen Gangster und Spieler an der franzoesischen Riviera, den sein Glueck verlassen hat und der am Nullpunkt trotzdem nocheinmal einen ganz grossen Coup landen will.
 
eindruck o
 
kommentar  Was bei "The Good Thief" auffiel, bevor man den Film ueberhaupt gesehen hatte, war die Tatsache, dass der Film in den Kinos zwar seinen englischen Originaltitel behalten hatte, er aber nirgendwo als Originalversion zu sehen war, zumindest nicht in Berlin und Umgebung. Und gerade Berlin ist trotz des (voruebergehenden) Ablebens der "Kurbel" als dem Kino mit Originalversionen die wohl am ehesten noch mit Originalversionen bespielte Stadt. Aber die (deutschen) Verleiher sind manchmal zu fuersorglich zum Kinobesucher, und so liest man den Grund fuer die nicht aufgefuehrte Originalfassung denn auch in der Internet Movie Database: Nick Nolte murmelt im Original seinen Text derart vor sich hin, dass selbst englischsprachige Kinofans Probleme haben, ihn zu verstehen.

"The Good Thief" wurde in den Stadtmagazinen fast durchweg hoch gelobt, gerade wegen des vor sich hin murmelnden Nick Noltes, der aber in der uebersetzten Version dann tatsaechlich einige altersweise gute Zeilen hat, von denen aber nach dem Ende des Film alle aus meinem Gedaechtnis geloescht waren. Vielleicht, weil es ziemliche Allgemeinplaetze waren.

"The Good Thief" kommt als Gangsterfilm daher und gilt als Remake des 1955er Films "Bob le Flambeur". Bob ist ein Ex-Dieb und Spieler, den das Glueck verlassen hat und der eigentlich ein guter Mensch sein will und auch alte Freunde unter den Polizisten besitzt. Er haengt an der Nadel, und in einem seiner heroischeren Momente kann er fuer die 17jaehrige Prostituierte Anne den Pass von ihrem Zuhaelter stehlen (als wenn Zuhaelter staendig die Paesse ihrer Geldquellen bei sich tragen wuerden). An Anne selbst ist er dabei eigentlich nicht interessiert, wird sie aber irgendwie auch nicht mehr los. Nachdem er sein letztes Geld beim Pferderennen verwettet, will ihn ein Freund fuer einen letzten grossen Coup gewinnen, bei dem es um die Schaetze eines Casinos in Monaco geht, vorgeblich um 80 Millionen France im Safe, aber tatsaechlich um die viel wertvolleren Bilder, die im Casino selbst als Kopien haengen und als Originale in einer stark abgesicherten Villa den Keller schmuecken. Die Nacht vor dem Grand Prix ist dabei der vorgesehene Zeitpunkt. Dafuer macht Bob ersteinmal eine Entziehungskur, indem er sich selbst im Bett ankettet, und hat dann auch schon den entsprechenden Plan, wie er trotz staendiger Bewachung durch die Polizei und durch Spitzel in den eigenen Reihen das Ding drehen will. Der Plan misslingt irgendwie, aber Bob hat in der Zwischenzeit seine Gluecksstraehne wiedergefunden und gewinnt entgegen allen Chancen gegen das Haus.

Gerade dieses Happy End des Films ist sicher eines der Probleme, die man nach einigem Nachdenken mit "The Good Thief" hat. Es ist so dermassen unwahrscheinlich, dass man den Film als weiteres unrealistisches Gaengstermaerchen aehnlich wie "Oceans Eleven" abtun kann. Aber "The Good Thief" hat zumindest einige Aspekte, unter anderem in den Details der Charaktere, die moeglicherweise vom Original geerbt aus dem Film doch etwas machen, und die selbst ueber so ueberfluessige, nur nervtoetende Regie-Spielereien wie die Freeze-Frame-Cuts hinweghelfen und den Film zu etwas mehr als einem flachen Hollywood-Action-Bilderreigen machen - wenn auch leider nicht zu viel mehr.


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 -- jd --