Die Kinowelt, gesehen von jd




KASSOVITZ - Gothika

   
titel Gothika
regie Mathieu Kassovitz
land USA
jahr 2003
laenge 98min
  Farbe
genre Horror Thriller
darsteller Halle Berry, Penelope Cruz, Robert Downey jr., Charles S. Dutton

 
gesehen als  Gothika (DV)
zitat Fuer jede Stoerung des Geistes gibt es eine vernuenftige Erklaerung.
gesehen auf Grossleinwand (Zoo)
gesehen am 2004-03-16
inhalt Die Kriminalpsychologin Miranda Grey baut nach einem langen Arbeitstag einen Autounfall, weil sie einer junge Frau auf der Strasse ausweichen will, doch als sie wieder erwacht, ist sie an ihrer eigenen Arbeitsstaette nicht die Aerztin, sondern die Patientin mit der Anklage, ihren Mann bestialisch ermordet zu haben.
 
eindruck +
 
kommentar  Gothika wurde aller Orten ziemlich fuerchterlich niedergemacht, dabei hat der Film eine nette, "anheimelnde" Kulisse zu bieten, einige mittelstarke Schrecken und sogar ein wenig Spannungsmomente in sich. Auch beim "Ring" hat ja eigentlich niemand nach der Logik der Handlung gefragt, und so ist etwas unklar, was bei Gothika falsch gemacht wurde, um so von den Kritikern zerrissen zu werden. (Vielleicht quaelten so einige Kritiker ja auch in ihrer Kindheit kleine Tiere? ;-)) Auch wenn vieles tatsaechlich an "Ring" erinnert, so ist die Geschichte von Gothika fast ein wenig logischer, zeigt vielleicht ein wenig sogar "U.S.A. inside" und bietet zumindest ein oder zwei nette Wendungen, die allerdings auch zum Teil vorhersehbar sind. Der Film leidet mit einiger Sicherheit an der deutschen Uebersetzung. Um ihn richtig beurteilen zu koennen, haette man ihn in der Originalversion sehen muessen. Aber in der Hinsicht gab es schon Schlimmeres.

An Halle Berry kann die harsche Kritik auch nicht so richtig liegen: Sie hat auf jeden Fall eine etwas ernsthaftere Rolle als bei den X-Men vorher oder Catwoman nachher, sie bringt ihre Rolle der Dr. Miranda Grey gut hinueber, darf viel Haut zeigen und bietet ihren Mitspielern zwar nicht viel Raum, aber zumindest Penelope Cruz darf auch ein wenig ihre Kuenste zeigen und dabei sogar ein bisschen haesslich und tatsaechlich ein bisschen verrueckt wirken. Das Ende des Films ist fuerchterlich schwach bzw. uebertrieben mystisch geraten, aber das Ende ist bei diesem Film sicher nicht das Wichtigste. Die letzten drei bis fuenf Minuten haette man getrost ganz weglassen koennen, und der Eindruck waere etwas besser geworden.

Einer der Gruende, warum ich mir den Film trotz der vernichtenden Kritiken angesehen hatte, war das Kino. Ich war noch nie vorher im Saal 1 vom Zoo-Palast gewesen, und dass sie gerade dort Gothika spielten war eine Gelegenheit, die ich nicht auslassen wollte, droht doch dem Zoo-Palast frueher oder spaeter das gleiche Schicksal wie den meisten Kinos im Kudamm-Umfeld der vergangenen Jahre: Schliessung, dann Abriss. Ich kann zufrieden behaupten, tatsaechlich zumindest einmal die Laser-Show im Zoo-Palast gesehen zu haben, wenn auch an einem Platz zu weit vorn. Dass Gothika nicht so schlecht war wie befuerchtet, das war dann noch ein Extra-Bonbon.


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 -- jd --