Die Kinowelt, gesehen von jd




SODERBERGH - Solaris

   
titel Solaris
regie Steven Soderbergh
buch Stanislaw Lem
land USA
jahr 2002
laenge 93min
  Farbe
genre SciFi Literaturverfilmung
darsteller George Clooney, Natascha McElhone, Jeremy Davies

 
gesehen als  Solaris (OV)
zitat ...and death shall have no dominion.
gesehen auf Grossleinwand (Cine*PP)
gesehen am 2003-03-26*
inhalt Der Wissenschaftler Kelvin wird zu Ermittlungen auf die Station ueber Solaris gerufen, einem Planeten, der von einem Ozean mit mysterioesen Faehigkeiten umgeben ist.
 
eindruck --
 
kommentar  Im Vorfeld der Neuverfilmung von Tarkowskis "Solaris" von 1972 dreissig Jahre danach wurde gesagt, dass dieser Film zu einem Drittel aus dem Roman, zu einem Drittel aus dem Vorgaengerfilm und zu einem Drittel aus Hollywood bestaende. Die Frage ist: Warum musste von allen drei Dingen das jeweils schlechteste Drittel zusammengemixt werden? - Was ich mir persoenlich gewuenscht haette waere zumindest eine heute viel besser moegliche Visualisierung von Solaris und den Phaenomenen gewesen - ein Planet um eine Doppelsonne mit kuenstlichen, sich entwickelnden, hypergeometrischen Inseln, der faehig ist, seine Umlaufbahn durch Schwerkraftveraenderung zu verlagern - und nicht eine rot-blaue Blitzekugel mit etwas Pazifik dadrunter. - Was die Liebesgeschichte und deren Tragoedie betrifft war es meiner Meinung nach absolut unnoetig, eine Schwangerschaft als Erklaerung dazuzuerfinden, um die Krise zu begruenden. Diese Geschichte dezenter und wesentlich menschlicher zu gestalten waere die eigentliche Aufgabe gewesen, die von Tarkowskis und Lems "Solaris" uebrig geblieben ist, und nicht Clooney nackt von hinten zu filmen. Die Traeume und Erinnerungen besser und ausfuehrlicher als Traeume und Erinnerungen zu zeigen haette den Film um vieles verbessern koennen. - Obwohl der Hollywood-Snaut-Ersatz streckenweise echte Qualitaeten zeigen kann, wurde sein Part gekuerzt und verkrueppelt und am Ende ist er als komplett unnoetige Wendung auch noch eine Kopie, die Sartorius-Umbesetzung dagegen eine echte Katastrophe fuer den Sinn der Geschichte. Eine weitere Frage ist, warum aus Harey in der Neufassung Rheya werden musste. Warum nicht dann auch aus Kelvin Vinkel machen? - Von der Handlung her wirklich am schlimmsten wiegt vielleicht das Hollywood-bestimmte dramatische Ende mit dem etwas seltsamen Happy-End, das dann wirklich nichts mehr mit dem Buch und auch wenig mit Logik zu tun hatte.

Ich fuehlte mich nach dem Film leer und frustriert. Die Billigkeit der Effekte weit hinter einem Niveau von Kubricks "2001" von 1968 war schockierend, selbst wenn die Inneneinrichtung der Station fast okay zu bezeichnen ist. Insgesamt ist der Film aergerlich. - Was die zweite Chance betrifft, die man immer haben soll, so hat mich der Film zumindest dazu gebracht, auf Empfehlung "Das Spiel ist aus" von Jean-Paul Satre zu lesen. Die Empfehlung sei hiermit weitergegeben.


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 -- jd --