Die Kinowelt, gesehen von jd




ZWICK - Last Samurai

   
titel The Last Samurai
regie Edward Zwick
land USA
jahr 2003
laenge 154min
  Farbe
genre FarEastern Action Kriegsdrama
musik Hans Zimmer
darsteller Tom Cruise, Ken Watanabe, Timothy Spall, Koyuki, Hiroyuki Sanada, Seizo Fukumoto

 
gesehen als  The Last Samurai (OV)
zitat Perfect... they are all... perfect
gesehen auf Grossleinwand (Cine*PP)
gesehen am 2004-01-20
filmleitseite www.lastsamurai.com
inhalt Captain Nathan Algren, dekorierter Veteran der Armee General Custers und als Jahrmarktfigur heruntergekommen, wird nach Japan gerufen, um dort eine Armee zur Verteidigung des Eisenbahnbaus gegen eine rebellierende Horde Samurai aufzubauen, doch seine Armee wird zu frueh in den Kampf geschickt und Algren geraet in die Haende der Samurai, um dort entsprechend dem Geiselsyndrom nun fuer die "Wilden" Partei zu ergreifen.
 
eindruck ++
 
kommentar  Im Vorfeld zu "Last Samurai" habe ich einige Kritiken gelesen, die beinahe vernichtend waren, Tom Cruise als Wichtigtuer identifizierten (was er unzweifelhaft sein mag, aber was ja nun seit "Days of Thunder", "Top Gun" oder "Tequila Sunrise" wirklich nix neues mehr ist). Der Film wurde in den schlimmeren Kritiken als "Der mit dem Samurai tanzt" untertitelten, und das hat mich am meisten zoegern lassen, den Film zu sehen, denn "Der mit dem Wolf tanzt" mit Kevin Costner habe ich, bislang nicht gesehen. (Und ich denke, aus gutem Grund.) Auch konnte ich niemanden dazu im Vorfeld bewegen, den Film mit anzusehen, und so war trotz grosser Werbung, trotz Kinotag in der 3. Woche der Saal erschreckend leer, als der Film begann...

Von Beginn bis zum Ende geht "Last Samurai" den Weg der geringsten Ueberraschung, denn den Plot des heruntergekommenen Kriegers, der von Alptraeumen geplagt wird und auf der Suche nach einem neuen Ziel sich fuer die ehemalige Gegenseite entscheidet, hat man in der ein oder anderen Fassung schon oft gesehen, auch wenn man nicht einen einzigen Film mit Kevin Costner je gesehen hat. Da reichen ein paar aeltere Western oder Kriegsfilme vollkommen.

"Last Samurai" empfand ich extrem sehenswert, fast schon herausragend, weil trotz der Laenge des Films ich anders als beim "Herrn der Ringe" von Peter Jackson (vor allem im dritten Teil) kein einziges Mal auf die Uhr gesehen habe. Haette man den "Herrn der Ringe" vielleicht auf die Laenge von "Last Samurai" oder zumindest zweimal die Laenge von "Last Samurai" zusammengeschmolzen, dann waere der Unterschied zwischen langatmiger Literaturverfilmung und kurzweiligem Action-Entertainment nicht so gross gewesen. Neben dem Drehort - "Last Samurai" wie "Lord of the Rings" wurde in Neuseeland gedreht, haben die beiden Filme aber noch eine weitere Gemeinsamkeit, die sie dennoch trennt: In beiden Filmen wird unheimlich gemetzelt, und die Darstellung des Krieges im Nahkampf wird bis zum Exzess und en detail gezeigt, aber waehrend bei "Lord of the Rings" die Helden scheinbar unangreifbar sind und nur ab und zu etwas schwarze Schlacke aus den Orks herauskommen darf, spritzt bei "Last Samurai" das rote Kunstblut, dass man den Tod beinahe riechen kann, wie man es bei Gruselfilmen kaum noch sieht und wie es selbst ein Tarantino nicht wagt in Europa ohne schwarz-weiss-Verklaerung oder Anime-Kunstgriff zu zeigen. Man bekommt bei "Last Samurai" wirklich nicht das Gefuehl, in der einen oder anderen Schlachtreihe sein zu wollen, und diese Ungemuetlichkeit, die einem bei den Kampfdarstellungen beschleicht, ist vielleicht eine bessere Werbung gegen den Krieg, als es bei den Abstraktionen im "Herrn der Ringe" oder beim "Krieg der Sterne" der Fall ist.


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 -- jd --