Sonnenuhren in
Berlin und Umgebung

Die Sonnenuhr auf dem Falkplatz am Mauerpark


Der Falkplatz im Prenzlauer Berg wird aufgespannt durch Gleimstraße und Schwedter Straße. 1995 entstand auf dem Falkplatz eine großflächige Sonnenuhr:

Sonnenuhr am Mauerpark Foto mit Pentax MZ-5 (82kB)

Sonnenuhr am Mauerpark, Winter 1999/2000

Details der Sonnenuhr am Mauerpark
Anlaß für den Bau der Sonnenuhr war u.a. der UNO-Klimagipfel 1995 in Berlin. Der Grundstein der 12 Meter durchmessenden Mauerspirale wurde im Rahmen eines Festes im März 1995 gelegt. Bis Juni 1995 zu einem Sonnenwendenfest wurden die Hauptarbeiten mit der Installation des Gnonom und des Totem/"Lebensbaumes" durch die Berliner Feuerwehr fertiggestellt.

Details der Sonnenuhr am Mauerpark
Initiatoren und Planer der als "Lebende Sonnenuhr" gedachten Spirale waren das "Netzwerk Klimagipfel 95" mit dem Journalisten T. Römer, der "Verein zur Rettung des Regenwaldes und Naturschutzgebietes La Macarena", das "Netzwerk Spiel/Kultur" am Prenzlauer Berg und einige mehr.

Details der Sonnenuhr am Mauerpark
Die Tonsteine aus drei Tonnen weißem und braunen Ton wurden von Kindern aus rund 50 Einrichtungen der Umgebung geformt und gebrannt und im Sommer 1995 eingemauert. Sie sind zum Teil speziell geformt, zum Teil verschiedenfarbig zusammengesetzt und zum Teil mit Stempel oder durch Ritzen verziert. Sechs Detailbilder zeigen Beispiele dazu (Weiß bei Rot - MC?, Smiley mit Herzaugen, Sonne-Mond-Stern, Roter Bruch und Muster, Regenfallen und Steinherzen in Ton, Rot bei Weiß - Tonfisch und Sonne überm Meer).

Im September 1995 war die Sonnenuhr fertiggestellt. Eine "Lebende Sonnenuhr" sollte die Uhr deshalb werden, weil geplant war, Tonsteine regelmäßig zu ersetzen und die Uhr zu bepflanzen. Im Dezember 1995 erhielt die Uhr einen Sonderpreis des Bezirksumweltamtes.

Sonnenuhr am Mauerpark Foto mit Pentax MZ-5 (157kB)

Sonnenuhr am Mauerpark, Sommer 2000

Ein Allsky-Panorama vom Falkplatz mit der "Lebenden Sonnenuhr" schlummert seit einem Vortrag über Sonnenuhren im Berliner Raum im Archiv der Wilhelm-Foerster-Sternwarte mit Planetarium am Insulaner in Berlin. (Beharrliches, nettes Nachfragen könnte ggf. dazu führen, daß man dieses Panorama vorgeführt bekommen kann.)

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Ende 2002, Anfang 2003 wurde die Sonnenuhr demontiert:

Die tote lebende Sonnenuhr am Mauerpark, Foto (61kB)

Die tote "Lebende Sonnenuhr" am Mauerpark, Berlin-Prenzlauer Berg, Frühling 2003

Details der Sonnenuhr am Mauerpark
Details der Sonnenuhr am Mauerpark
Nur etwa acht Jahre zuvor war im März 1995 aus 20000 Abbruchsteinen und hunderten von Tonsteinen auf dem Falkplatz die Sonnenuhr aufgebaut worden. Ab Juni 1995 bildete ursprünglich ein Baumstamm das Gnonom. Auch der zusätzliche Totem als "Lebensbaum" ab Juni 1995 war ein Baumstamm.

Vor März 2003 müssen Totem und Gnonom entfernt worden sein, wobei der Schattenweiser vollständig ausgegraben wurde, während der Totem zumindest anfangs nur gekappt worden war. Die Motivation dafür könnten ggf. "Sichergründe" gewesen sein. Übrig blieb nur die Mauerspirale mit einigen der Tonsteine. Zu einer Begrünung, die für die Außenseite der Mauerspirale geplant gewesen war, war es nie gekommen.

Das obige Foto von der toten "Lebenden Sonnenuhr" verweist (wie auch bei den Fotos auf der Seite zur Sonnenuhr vom Falkplatz) auf eine vergrößerte Darstellung des Fotos (228kB JPEG), während die beiden Detail-Fotos von Tonsteinen der Mauerspirale auf jeweils weitere Fotos im gleichen Format verweisen. Es ist eher zu befürchten, daß die Sonnenuhr nicht wieder rekonstruiert wird.

Den Falkplatz findet man in der Nähe von Gleimtunnel, Max-Schmeling-Halle und Jahn-Stadion. Zur Zeit der Mauer war der Platz Teil des Grenzgebiets, wovon der nahegelegene Park seinen Namen Mauerpark hat.


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