Sonnenuhren in
Berlin und Umgebung

Sonnenuhren im Berliner Umland


Sonnenuhr in Prerow

Sonnenuhr in Prerow, Halbinsel Zingst, Frühling 1997 - Foto: J. Rattey

Berlin ist nicht unbedingt mit Sonnenuhren gesegnet. Oft sucht man in der "Hauptstadt der Sonnenenergie" bzw. in der "Solar-Hauptstadt" solche Chronographen vergeblich - vielleicht weil sie sich zu Beginn und Ende der Sommerzeit so schlecht umstellen lassen...

Aber auch im ehemaligen sozialistischen Umland muß man lange suchen, bis man mal auf eine Sonnenuhr trifft. Da die etwa zwei Bahnstunden entfernte Ostsee zum Teil auch aus früheren Zeiten als "Badewanne der Berliner" bezeichnet wurde bzw. wird, kann man die Ostseeküste ggf. in die Umgebung von Berlin einbeziehen.

Aus dieser "Umgebung" ist das obige Bild, nämlich aus dem größten Ort der Halbinsel Zingst, Prerow in Mecklenburg-Vorpommern. Die Sonnenuhr steht etwa an den Koordinaten 54°25' Nord und 12°33' Ost (im Vergleich dazu Berlin: ~52°30' Nord / ~13°20' Ost). Die Sonnenuhr müßte somit um etwa 2 Grad stumpfer zur Erde geneigt sein als ihre Berliner "Genossen", was auf dem Foto jedoch kaum auszumachen sein kann.


Waren an der Müritz liegt ziemlich direkt im Norden von Berlin etwa ein bis anderthalb Bahnstunden entfernt an der Strecke Berlin-Rostock. Die Müritz ist Deutschlands größter Binnensee und gehört zur Mecklenburgischen Seenplatte. An der Strandstraße findet sich ein Haus mit Sonnenuhr, wobei bei dieser Sonnenuhr das Gnonom völlig verstellt ist:

Foto: digital

Sonnenuhr in der Strandstraße, Waren (Müritz), Frühling 2007, Fotos: -- jd --

Die Sonnenuhr wurde aufgenommen mit einer Olympus E-100RS.


Die folgende Sonnenuhr stammt aus Falkensee und ist eine Standard-Südwand-Sonnenuhr, wie sie auch mehrfach in Berlin zu finden ist. Diese Uhr in der Fahrländer Straße ist nicht funktionsfähig, ihr fehlt das Gnonom.

Fotos: digital

Sonnenuhr in der Fahrländer Straße, Falkensee, Sommer 2003, Fotos: W. Tost
Die Bilder von der Uhr wurden gemacht mit einer Olympus C3030Z.


Sonnenuhr an der Kirche in Dennewitz

Sonnenuhr an der Kirche zu Dennewitz, Herbst 1997

Das obige Bild zeigt als Detail die Sonnenuhr am Hauptschiff der Kirche in Dennewitz. Die Fassade deutet an, daß die Kirche ähnlich wie die Petrikirche und die Nikolaikirche aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammte. Im zum Teil hölzernen Turm der Kirche ist trotz der Sonnenuhr am Hauptschiff eine Räderwerkuhr eingebaut. Diese ist in der mit dem obigen GIF referenzierten Gesamtansicht (136kB JPEG) zu sehen.

Daß die Kirche in Dennewitz nicht immer einen solchen gepflegten Eindruck gemacht hat, dafür garantiert schon der Ort an sich: Dennewitz an der Grenze zwischen Preußen und Sachsen war mit Groß-Görschen und Bautzen zusammen Austragungsort der Frühjahrsfeldzüge von 1813 zwischen dem napoleonischen und dem preußisch-schlesischen Heer, denen im Herbst 1813 die Völkerschlacht bei Leipzig im Rahmen der Befreiungskriegen von 1813-1815 folgte. In und um Dennewitz weisen mehrere Geschichtstafel auf die bewegte Vergangenheit hin. Heute liegt Dennewitz im Bundesland Brandenburg nahe der Grenze zu Sachsen-Anhalt.


Dahme-Rathaus mit Turm

Das Rathaus mit Sonnenuhr in Dahme (Mark), Herbst 1997

Dahme (Mark)ist eine Kleinstadt in Brandenburg etwa 50 Kilometer südlich vom Berliner Stadtrand zwischen Jüterbog und Luckau. Mit Berlin verbindet Dahme (Mark) der Fluß Dahme, der nahe der Stadt Dahme entspringt und der in Berlin-Köpenick in die Spree fließt. Als Eselsbrücke dazu gibt es den Berliner Spruch:

"In Köpenick mit ach und weh,
stürzt sich die Dahme in die Spree."

Das obige Foto zeigt das 1849 erbaute Rathaus mit seiner Sonnenuhr an einem kalten, nieseligem Herbsttag eines Oktoberwochenende, an dem scheinbar jeder eher in den Häusern geblieben ist, als nach Sonnenuhren Ausschau zu halten.

Das Bild referenziert auf ein Detailbild mit der Sonnenuhr (64kBytes JPEG) in einem etwas anderen Winkel.


Fürstenwalde in Brandenburg ist eine Stadt 50 Kilometer östlich von Berlin auf dem Weg nach Frankfurt an der Oder. Es hat seine Ursprünge im gleichen Jahrhundert wie Berlin und wie Berlin fließt die Spree durch den Ort.

Rathaus Fürstenwalde, Sommer 1998

Das Rathaus von Fürstenwalde wurde 1511 erbaut, der Uhrenturm und der Vorbau wurden jedoch erst 1624 errichtet. Auch am Uhrenturm finden Sonnenuhr und Räderwerkuhr zusammen. Auf dem Ziffernblatt der Sonnenuhr ist die Jahreszahl 1806 gezeichnet. Auf einer Postkarte (31kB JPEG) ist der Zustand um die Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts zu sehen. Nach der Zerstörung in 1945 wurden das Rathaus und der Fürstenwalder Dom nahebei wieder aufgebaut. Das Rathaus ist wahrscheinlich nach dem Fall der Mauer nochmals renoviert worden.

Das obige 88kB GIF referenziert auf eine Nahansicht der Sonnenuhr (36kB JPEG). Beide Fotos wurden mit einer Pentax MZ-5 auf Kodak Color 200 im Sommer 1998 gemacht. Um Fürstenwalde zu erreichen reichte bis zum 31. März 1999 von Berlin aus ein ABC-Zonenfahrschein. Seit dem 1. April liegt Fürstenwalde nicht mehr in der Berliner C Zone und es muß ein entfernungsabhängiger Streckenfahrschein gelöst werden, der aber nicht mehr auf U-Bahn-Stationen erhältlich ist, sondern nur noch auf S-Bahn-Stationen oder an den Schaltern der DB AG. Der Regionalexpress RE1/RE160 ausgehend von Warschauer Brücke nach Cottbus hält im Bahnhof Fürstenwalde (Spree).


Havelberg Postkarte (176kB)

Havelberg Ansicht, Stadtgraben mit Dom, Postkarte, Anfang 20. Jhdt.

Havelberg ist eine Kreishauptstadt in der nordöstlichen Ecke von Sachsen-Anhalt nahe der Grenze zu Brandenburg und rund 150 Kilometer nordwestlich von Berlin. Vor der Zeit der DDR gehörte Havelberg zu Brandenburg. Die Stadt liegt an der Havel dicht vor der Einmündung zur Elbe. Sie besitzt zum Teil ältere Wurzeln als Berlin, denn in Havelberg steht ein romanisch-gotischer Dom, der von 1170 bis 1411 erbaut wurde und für seine Architektur relativ bekannt ist.

Relativ wenig bekannt ist die Sonnenuhr im Innenstadtbereich an einem Wohnhaus, die das untere Bild vom Sommer 1999 zeigt.

Sonnenuhr in Havelberg (85kB)

Sonnenuhr in Havelberg, Foto: W. Tost

Die Stadt besitzt neben dem Dom, einem Wasserturm, den Flußuferanlagen und einigen weiteren Sehenswürdigkeiten auch noch mindestens zwei weitere Sonnenuhren, eine davon an der Sekundarschule am Weinberg an der Pestalozzistraße. Das folgende Bild zeigt diese Schulsonnenuhr im Sommer 2000 und verweist auf eine Halbtotale aus einer anderen Perspektive.

Sonnenuhr in Havelberg, Foto mit Minox 35ML (129kB)

Sonnenuhr an der Sekundarschule am Weinberg in Havelberg


Dahlewitz Sonnenuhr Foto (72kB)

Sonnenuhr an der Grund- und Gesamtschule in Dahlewitz, Herbst 1999

Das obige Foto zeigt die Reste einer Sonnenuhr auf dem Schulhof der kombinierten Grund- und Gesamtschule in Dahlewitz vom Herbst 1999. Die Schule, ein Plattenbau aus DDR-Zeiten, beherbergt eine Sternwarte auf ihrem Dach und liegt etwa einen halben Kilometer vom Bahnhof entfernt. Diese Schul- und Volkssternwarte hat sogar eine eigene Website, die besucht werden kann und die zeigt, daß die Sonnenuhr seit dem Spätfrühling 2002 restauriert wurde und sogar eine zweite Sonnenuhr am großen Kuppelgebäude hinter der Schule als "Nachbar" bekommen hat.

Dahlewitz ist eine Kleinstadt südlich von Berlin im Kreis Teltow-Fläming. Es ist der Geburtsort von Mark Brandis (Nikolai von Michalewski), Autor der 30-bändigen SF-Serie "Weltraumpartisanen", der im Jahr 2000 starb. - Von Berlin aus erreicht man den Ort per Bahn entweder direkt per Regionalexpreß Dresden-Strahlsund (RE5) vom Ostbahnhof aus Richtung Dresden oder mit der S-Bahn bis Blankenfelde und dann eine Station mit der Regionalbahn nach Wünsdorf-Waldstadt (RB24).

Dahlewitz Bahnhof Foto (76kB)

Dahlewitz Bahnhof, Herbst 1999


Südöstlich von Berlin liegt Lübben, ein vergleichsweise großer Ort im Zentrum des Spreewalds. Der Ort ist mit einer historischen Kirche, einigen mittelalterlichen Befestigungsanlagen und mehreren Sonnenuhren ausgestattet, von denen hier vorerst nur diejenige am zentralen Platz, "Am Mark" aus dem Jahr 2000 gezeigt werden kann:

Fotos: Pentax MZ-5

Sonnenuhr Am Mark in Lübben, Sommer 2000

Ein Lübbener wird wahrscheinlich sofort bei dem obigen Foto erkennen, welches architektonisch / städtetechnisches Verbrechen elektronisch aus dem Bild entfernt wurde. Die zentral zu findende Sonnenuhr ist eine Metallarbeit von 1981, bei der angeblich die römischen Ziffern austauschbar sein sollen, so daß die Uhr zwischen Standardzeit und "Sommerzeit" umgestellt werden kann.

Das Bild verweist auf eine weitere Ansicht (146kB 512x740 Pixel JPEG) von der Sonnenuhr mit der Kirche im Hintergrund.


Südlich von Berlin im Teltower Gebiet liegt Zossen (bei Berlin). Bei der Durchfahrt durch Zossen kommt man ggf. an das obige Haus mit Sonnenuhr vorbei:

Fotos: Pentax MZ-5

Sonnenuhr in der Bahnhofsstraße in Zossen, Sommer 2000

Die Uhr ist katalogisiert und soll 1932 entstanden sein, möglicherweise wurde die Katalogisierung allerdings vor der Renovierung des Hauses und der Uhr vorgenommen, denn im ansonsten soetwas genau verzeichnenden Katalog fehlt der Hinweis auf den Spruch der Sonnenuhr: "Carpe Diem". Das obige Bild verweist auf eine Nahansicht der Sonnenuhr (80kB 720x440 Pixel JPEG).


Strausberg und Rüdersdorf sind zwei Orte östlich von Berlin in der Märkischen Schweiz, von denen der eine direkt mit der S-Bahn zu erreichen ist, der andere jedoch nur mit Bus oder Auto.

Strausberg ist vor allem für seine Schleuse, die historische Straßenbahn und dem Strausberger See bekannt. Sehr viel weniger bekannt und auch etwas auswärts gelegen ist die Strausberger Sonnenuhr an der Wallstraße, die auf einem ehemaligen Bereich der Stadtmauer plaziert ist. Reste von dieser Stadtmauer sind auch auf dem Bild zur Sonnenuhr im Hintergrund zu sehen:

Foto: Minolta Vectis 25

Sonnenuhr in Strausberg, Sommer 2000, Foto: DD

Strausberg kann direkt mit der S-Bahn-Linie 5 erreicht werden und ist gerade im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für Berliner.


Etwas mehr östlich von Berlin als Strausberg liegt der kleine Ort Waldsieversdorf, der eine weitere funktionstüchtige Sonnenuhr beheimatet:

Foto: digital

Sonnenuhr in Waldsieversdorf, Frühling 2010, Fotos: Martin van der Veer

Die obigen Bilder (das gezeigte Bild verweist auf eine weitere Ansicht von der Uhr mit einem Informationsschild davor) wurden aufgenommen von Martin van der Veer mit einer Nikon D80. Die Sonnenuhr hat eine eigene Homepage, auf der mehr Informationen über sie zu lesen sind.


Rüdersdorf bei Berlin ist dagegen vor allem für Baustoffindustrie und -tagewerk bekannt und hat einen thematisch passenden Museumspark dazu. In diesem Park soll sich eine Sonnenuhr aus dem Jahr 1826 befinden... Wer das überprüfen möchte, der kann sich unter www.museumspark.de (nicht erschrecken: es gibt tatsächlich immernoch Websites, die das Browserfenster unbedingt maximieren müssen, was sich konsequent auch bei www.ruedersdorf.de wiederfindet) ggf. dazu informieren... oder nicht.

Rüdersdorf hat noch eine weitere historische Sonnenuhr, die allerdings offenbar an ihrer freien Zugänglichkeit gelitten hat und dem Vandalismus zum Opfer gefallen ist:

Foto: Pentax MZ-5 Foto: Pentax MZ-5
Foto: Pentax MZ-5
Foto: Pentax MZ-5

Sonnenuhr in Rüdersdorf bei Berlin, Sommer 2000

Es ist eine dreiseitige Säule von 1810, die auf der Nordseite einen Wegweiser, auf der Südostseite eine Tages- und auf der Westseite eine Vormittagssonnenuhr besitzt. Die Säule steht auf einem Platz hinter dem Kulturhaus von Rüdersdorf, das man auf dem Foto der Vormittagssonnenuhr sieht. Der Schattenweiser auf der Tagessonnenuhr wurde abgerissen. Objektfremde Farbe an der Säule wurden elektronisch entfernt.

Letztendlich ist Rüdersdorf auch für die Graupensuppe "Rüdersdorfer Art" bekannt, bei der aus Pökelrippe, Graupen, einer Zwiebel, Kartoffeln, Suppengrün, extra Sellerie und extra Petersilie ein bodenständiger Eintopf entsteht, der zur "Berliner Küche" gezählt wird.


Rheinsberg am Rhin ist ein ehemaliger Kurort im Nordwesten Berlins, der wohl allgemein durch den vor allem in Rheinsberg spielenden Roman von Kurt Tucholski von 1912 über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt sein könnte. In der Zeit der DDR wurde im Westen gerne hervorgehoben, daß bei Rheinsberg ein Atomkraftwerk installiert ist. - Die folgende Collage verweist auf 10 Bilder von einem trüben Herbsttag in Rheinsberg, an dessen Kirche sich eine historisch interessante Sonnenuhr befindet:

Fotos mittels Pentax MZ-5

Collage zur Sonnenuhr an der Kirche von Rheinsberg, Sommer/Herbst 2000

Rheinsberg liegt in Brandenburg nördlich von Neuruppin und man erreicht den Ort mit der Regionalbahn von Berlin-Charlottenburg aus direkt innerhalb von 2 1/4 Stunden.


Eine Sonnenuhr, bei der die Zeitkorrektur sehr viel einfacher als bei den Berliner Sonnenuhren ist, ist die Sonnenuhr an der Gaststätte vor dem Felsen bzw. am ältesten Gebäude im Kurort Oybin im Zittauer Gebirge:

Fotos: Kleinbild

Sonnenuhr in Oybin, Sachsen, Sommer 2002, Fotos: DD

Das Mauerwerk des denkmalgeschützten Hauses soll nach der Tafel an der Wand aus der Mönchszeit stammen, die Uhr dagegen aus dem 19. Jahrhundert. Die Uhr und ggf. auch das Haus wurden nach dem Sonnenuhrenkatalog 1981 zuletzt renoviert. Die Uhr liegt vom Längengrad her auf den Koordinaten 14 Grad 45 Minuten, so daß man leicht ausrechnen kann, daß die Uhr nur gerademal eine Zeitminute im Vergleich zur Zonenzeit falsch geht. Bei der allgemeinen Genauigkeit der Uhr kann man sich somit die Korrektur zur Zonenzeit fast schenken und muß zum Erhalt der mittleren Ortszeit eigentlich nur die Zeitgleichung berücksichtigen.

Das obige Bild verweist auf einen Ausschnitt eines zweiten Fotos, bei dem der Spruch der Sonnenuhr zu lesen ist: "Die dunklen Stunden zähl ich nicht".


Zum Index...weiter...-- jd --